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wegen Materiallieferverzögerung wird das Mahnmal erst ab der feierlichen Eröffnung Sonntag, 26. Juni 2022 14:30 fertig zu besichtigen sein.

„Mahnmal für die 29 ermordeten ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter“
Jasmin Trabichler
Der Verein Pulverturm schrieb die Gestaltung eines Denkmals aus, welches an die 29 ermordeten ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs auf dem ehemaligen Aasplatz erinnern soll.

Zwischen Schulstraße 6b (BORG) und Waldgasse, 8380 Jennersdorf

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Das Mahnmal zur Erinnerung an die Ermordung von 29 ungarischen Juden am Gelände des ehemaligen Aasplatz kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs besteht aus zwei Bildern,
die eine Dualität bilden, sowie einer in den Boden
eingelassenen Texttafel.

Das Schwarz links, verweist auf das, was nicht zu sehen ist,
ein Außerhalb das sich dem Blick aber auch einer Repräsentation entzieht. Die schwarz gerahmte, blaue
Glasfläche rechts gibt dagegen den Blick auf den Ort des Geschehens, an das erinnert werden soll, frei und erzeugt
dabei eine andere Sichtbarkeit.

Das Schwarzbild ist raumlos, es steht für das, was war – das bereits Eingetretene. Es verweist auf ein »Außerhalb« und wird
in diesem Sinne lesbar gemacht. Es »verharrt« und »insistiert« gleichermaßen, wird somit explizit – und dadurch nicht verhandelbar.
Die blaue Glasfläche zeigt dagegen den Ort und
verändert ihn zugleich.


Die Farbigkeit nimmt Bezug auf »Tekhelet«, ein ursprünglich aus der Purpurschnecke gewonnenes indigofarbenes Färbemittel, dem im Judentum eine besondere Rolle zukommt. Der Anblick der Farbe soll an den blauen Himmel, an Gott im Himmel erinnern und steht für die Hoffnung auf ein ewiges Leben.
Die gefärbte Glasfläche fungiert als Filter.

Dieser Filter kann als Vermittler einer Heterotopie betrachtet werden, also eines »anderen« Ortes, der in »bestehende Einrichtungen der Gesellschaft hineingezeichnet ist; eine Gegenplatzierung«, in der das Bild allerdings nicht zur Betrachterin zurückkehrt sondern dieses als Erinnerungszeichen markiert, und so eine andere Bewusstseinseinheit, einen kontemplativen Raum erzeugt, in dem der Opfer der Geschehnisse gedacht werden kann.

Der Titel benennt eine unbegrenzte zeitliche Abfolge, die sich sowohl an die Zukunft, wie auch an die Vergangenheit richtet und anhand derer Fragen zur Zeitlichkeit und Verbindlichkeit von Erinnerungsräumen reflektiert werden.