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Freilichtmuseum Wander Bertoni

Rund 600 Skulpturen, unzählige Modelle und Grafiken von Wander Bertoni (1925-2019) sind hier versammelt und können in dem architektonisch einzigartigen Ensemble – bestehend aus Galerie, Skulpturenpark und Ausstellungspavillon, sowie Freilichtanlage mit Großplastiken – besichtigt werden.

Gritsch Mühle 1, 7092 Winden am See

Das Freilichtmuseum Wander Bertoni in Winden am See nimmt eine Solitärstellung in der burgenländischen Kulturlandschaft ein. Es erstreckt sich auf römischem Kulturboden über rund 10 Hektar und beherbergt am Ort der so genannten Gritsch Mühle die größte zu besichtigende Privatsammlung zum weltberühmten österreichischen Bildhauer Wander Bertoni (1925–2019). Rund 600 Skulpturen, unzählige Modelle und Grafiken sind hier im nordburgenländischen Winden am See in einem architektonisch einzigartigen Ensemble – bestehend aus dem historischen Bauwerk der Mühle mit Galerie, aus Skulpturenpark und Ausstellungspavillon, sowie der Freilichtanlage mit den Großplastiken – versammelt. Auch seine letzte Ruhestätte befindet sich am Areal, die der Künstler in Anlehnung an ein Tomba Etrusca selbst gestaltet hat.

Eine weitere Besonderheit lässt sich hier entdecken – ein Eiermuseum mit rund 4.000 Exponaten aus der ganzen Welt. Der Bildhauer begann bereits in jungen Jahren Eier aus allen Ländern und Kulturen zu sammeln. Anschaulich präsentiert wird seine Eiersammlung in dem gläsernen Bauwerk von gaupenraub +/-, einer großen Museumsvitrine gleich, das mit dem Architekturpreis des Landes Burgenland 2010 ausgezeichnet wurde.

Wander Bertoni gilt als einer der letzten großen Bildhauer Österreichs nach 1945. Er war Schüler von Fritz Wotruba an der Akademie für bildende Künste, Gründungsmitglied des legendären Wiener Art Club und forcierte zusammen mit Künstlerkolleg*innen wie Maria Biljan-Bilger, Josef Pillhofer, Heinz Leinfellner, Anton Lehmden, Josef Mikl u. a. den Aufbruch der Kunst nach 1945.
Der Bildhauer, der als 40-jähriger an die Hochschule für angewandte Kunst berufen wurde, schuf ein umfangreiches und unverwechselbares Oeuvre, das durch seine Formensprache und Materialvielfalt besticht. Er nahm an zahlreichen internationalen Biennalen (Venedig, Brüssel, São Paulo), an Ausstellungen im In- und Ausland teil und erhielt zahlreiche Auszeichnungen, wie 1991 das Große Ehrenzeichen des Landes Burgenland. Seine Werke sind weltweit im Besitz von privaten Kunstsammlern, wie auch von öffentlichen Einrichtungen und werden am internationalen Kunstmarkt gehandelt.

„Ich bin hier der letzte Römer!“, soll der Künstler Wander Bertoni einmal gesagt haben. Auf der Suche nach viel Platz zum Arbeiten in der Nähe Wiens, fand er in den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts am Fuße des Leithagebirges eine neue berufliche und private Heimat im Burgenland. 1965 erwarb er die Gritsch Mühle in Winden am See, die er über viele Jahrzehnte hinweg mit hohem Eigeneinsatz in eine Kultur- und Museumslandschaft verwandelte. Als gebürtiger Italiener aus der Poebene der Emilia Romagna stammend, sprach ihn wohl die Verwandtschaft der Landschaft, das Pannonische des Burgenlandes an.

Dieser außergewöhnliche Kunst-Ort stellt einen kulturellen Hotspot des Burgenlands dar – ein facettenreich schillernder Edelstein in der nordburgenländischen Kulturlandschaft von internationaler Strahlkraft!